Technikeinsatz auf einem „Naturnahen Kalk-Trockenrasen“ (LRT 6210) bei Weltzin, Tollensetal

Mahdgut zusammenrechen

Nicht jedes Grünland kann und wird unter den aktuellen wirtschaftlichen Bedingungen landwirtschaftlich genutzt. Das bedeutet, dass das dort erzeugte Mahdgut nicht als Tierfutter (Heu) gewonnen oder die Fläche nicht direkt als Weide genutzt wird. Die Grünlandbewirtschaftung hat sich – auch speziell in Mecklenburg-Vorpommern – seit der Einführung von Mineraldünger in den 1960er- und 1970er-Jahren stark verändert. Zunächst kam dieser Dünger vor allem auf Ackerflächen zum Einsatz, während das Grünland traditionell kaum oder nur mit organischem Dünger wie Jauche und Mist bewirtschaftet wurde. Mit der systematischen Aufdüngung wurden Grünlandbestände großflächig intensiviert, um möglichst hohe Futtererträge zu erzielen. Dadurch veränderten sich die durch die traditionelle Nutzung entstandenen Pflanzengesellschaften oder verschwanden vollständig. Diese Pflanzengesellschaften – wie Trockenrasen, Borstgrasrasen, Heiden, Pfeifengraswiesen oder Glatthaferwiesen – können heute in den meisten Fällen nur noch mit erhöhtem Aufwand bewirtschaftet oder durch den Naturschutz gepflegt werden. Bei einer landwirtschaftlichen Nutzung dieser Flächen werden in der Regel Agrarförderungen beantragt, die eine bestimmte Bewirtschaftungsweise vorgeben, um den geminderten Ertrag monetär auszugleichen und naturschutzfachliche Belange zu berücksichtigen.

Vor diesem Hintergrund besteht ein Teil der Arbeit der Natura 2000 Gebietsbetreuung darin, eine angepasste Pflege auf ungenutzten LRT-Flächen umzusetzen. Dabei werden unter anderem Maschinen getestet, die in der modernen Landwirtschaft nicht mehr üblich sind. Dazu gehören beispielsweise Kleintraktoren mit besonders geringem Bodendruck oder Raupentechnik, die vor allem auf sehr nassem Untergrund einsetzbar ist. Der Einsatz und das Testen dieser Technik liefern wertvolle Erkenntnisse darüber, wie diese Flächen am besten bewirtschaftet werden können, um den naturschutzfachlichen Ansprüchen gerecht zu werden oder auch im Rahmen einer landwirtschaftlichen Nutzung.

Mahd mit Freischneider

Der im Rahmen dieses Technikeinsatzes gepflegte Trockenrasen befindet sich an den Hängen im Tollensetal. Eingefriedet von dichten Strauch- und Baumgruppen, ist diese Fläche nur über einen schmalen Zugang zu erreichen und lediglich mit kleiner Technik zu befahren. Die kuppige, zum Teil stark geneigte Fläche lässt sich nicht im herkömmlichen Sinne bewirtschaften. Auch für eine Beweidung mit Schafen liegt dieser LRT-Standort zu abgelegen und ist zu schlecht einsehbar. Aus diesem Grund muss mindestens alle zwei Jahre eine wiederkehrende Pflege durchgeführt werden, um den aktuellen Vegetationsbestand zu erhalten. Wichtig bei der Pflege ist die vollständige Entnahme der Biomasse. Verbliebe diese auf der Fläche, würde dies zu einer Nährstoffanreicherung, Verfilzung und Verbuschung führen. Eine dichte Streuschicht hemmt zudem das Wachstum lichtliebender Pflanzenarten.

Die Pflege der Fläche beinhaltete die Mahd mit dem Freischneider, zum Teil auch mit einem Kleintraktor, das Schwaden der Biomasse sowie das Zusammenrechen und Abschieben des Schnittguts.

Mahdgut auf Schwad legen

Fotos und Text: Natura 2000 Gebietsbetreuung Grenzertragsstandorte im Landkreis MSE