Technikeinsätze im NSG „Wallberge und Kreidescholle bei Alt-Gatschow“

Die Mitarbeiterinnen der Natura 2000-Gebietsbetreuung sowie des Landschaftspflegeverbandes Mecklenburger Endmoräne e.V. initiierten im Naturschutzgebiet „Wallberge und Kreidescholle bei Alt-Gatschow“ im FFH-Gebiet Tollensetal, mehrere Einsätze von Spezialtechnik im Rahmen sogenannter Techniktests. Ziel war es, die zunehmende Verbuschung durch Gehölze wie Weißdorn und Hundsrose einzudämmen und damit die Offenlandlebensräume langfristig zu sichern und dabei die Praktibilität der eingesetzten Technik zu testen.

Das Gebiet ist durch ein stark bewegtes Relief geprägt, auf engstem Raum wechseln sehr trockene mit feuchten bis nassen Standorten. Diese Vielfalt macht den naturschutzfachlichen Wert der Fläche aus, stellt die praktische Pflege jedoch vor erhebliche Herausforderungen. Insbesondere die steilen Hanglagen und die schwer zugänglichen Bereiche erschweren den Einsatz konventioneller Technik und erfordern angepasste Lösungen.

Freigestellte Fläche mit Blick auf den Teufelstein

Im Rahmen mehrerer Einsätze wurde der Fokus auf die Zurückdrängung der Gehölze gelegt. Größere Sträucher wurden mit der Kettensäge gefällt, während kleinere Gehölze mit aufgerüsteten Freischneidern bearbeitet wurden. Der Einsatz von Sägeblättern erwies sich dabei als besonders effektiv: Auch dichtere Bestände mit zahlreichen Seitentrieben konnten bodennah entfernt werden, was die Wahrscheinlichkeit eines erneuten Austriebs deutlich reduziert. Gerade in unebenem Gelände zeigte sich diese Technik als flexibel und gut handhabbar. Eine besondere Herausforderung stellte der Abtransport des Schnittguts dar. In den steileren und schwer zugänglichen Bereichen musste die Biomasse zunächst per Hand mit Forken auf Planen verladen und zum Rand des Naturschutzgebietes getragen werden. Dieser Arbeitsschritt war körperlich anspruchsvoll und zeitintensiv. In besser erreichbaren Bereichen konnte hingegen ein Kleintraktor eingesetzt werden. Dieser nahm größere Gehölzhaufen auf und transportierte sie effizient zu einem zentralen Sammelpunkt. Der Kleintraktor erwies sich insgesamt als sehr gut geeignet für die Arbeit im Gelände. Durch seine kompakte Bauweise und hohe Wendigkeit war auch ein Einsatz in Hanglagen möglich, ohne die empfindlichen Bodenstrukturen übermäßig zu belasten. Dies erleichterte die Arbeit erheblich und steigerte die Effizienz insbesondere beim Abtransport des Materials.

Abtransport entfernter Gehölze
Aufschichten der entfernten Gehölze
Zusammenschieben der entfernten Gehölze

Insgesamt zeigte der Techniktest, dass der kombinierte Einsatz von Handarbeit und spezialisierter, leichter Technik eine praktikable Lösung für die Pflege anspruchsvoller Offenlandstandorte darstellt. Während die schwierigen Geländebedingungen und der hohe Arbeitsaufwand weiterhin eine Herausforderung bleiben, konnten durch den gezielten Technikeinsatz deutliche Fortschritte bei der Gehölzzurückdrängung erzielt werden.