
Die Exkursion begann am 14.07.2026 um 17:00 Uhr am nördlichen Zugang zum Naturschutzgebiet. Zu Beginn stellten wir die Aufgaben der Natura-2000-Gebietsbetreuung sowie unsere Arbeitsschwerpunkte vor. Da das Thema Natura 2000 den meisten Teilnehmenden weitgehend unbekannt war und viele der verwendeten Begriffe sehr fachspezifisch sind, legten wir den Schwerpunkt auf unsere praktische Arbeit. Diese umfasst insbesondere die Beratung von Landnutzenden bei der naturschutzgerechten Bewirtschaftung von Flächen. Darüber hinaus erläuterten wir unsere vermittelnde Rolle zwischen Landwirtschaft und Naturschutz. Ziel dieser Zusammenarbeit ist es, die Erhaltungszustände der geschützten Lebensraumtypen langfristig zu sichern, zu verbessern oder – wo erforderlich – wiederherzustellen..
Geologie
Ein Schwerpunkt der Führung war die Entstehung der heutigen Landschaft, die mit fachlicher Unterstützung des Geowissenschaftlichen Vereins Neubrandenburg erläutert wurde. Das Gatschower Os – ein langgestreckter Höhenrücken, der während der letzten Eiszeit entstand – ist ein sogenannter Aufpressungsoser. Dieser bildete sich in einer bis auf den Untergrund reichenden Schmelzwasserspalte innerhalb des Eises. Durch den Druck der angrenzenden Eismassen wurde Geschiebemergel in die Spalte nach oben gepresst und bildete den Kern des Oszuges. Darüber lagerten sich Sande und Kiese ab, die vom Schmelzwasser transportiert wurden und bis heute als fluviatile Ablagerungen erhalten geblieben sind. Auch die zahlreichen Steine im Gebiet wurden während der Eiszeit im Gletscher transportiert und nach dessen Abschmelzen nach und nach an der Oberfläche abgelagert.


Vegetation und Geschichte
Die Vegetation im Naturschutzgebiet ist Ausdruck der natürlichen Standortbedingungen sowie einer jahrhundertelangen Nutzung. Auf engem Raum finden sich sehr unterschiedliche Lebensräume: Während der Oskörper auf den Kuppen und Hängen von artenreichen Trocken- und Magerrasen geprägt ist, befinden sich in den feuchteren Osgräben kleinere Gewässer sowie moorige Senken. Diese kleinräumige, mosaikartige Vielfalt prägt den besonderen Charakter des Naturschutzgebietes.
Bereits seit dem 17. Jahrhundert wird der Oszug als steiniges Grasland beschrieben und vermutlich als Weideland genutzt. Aufgrund des hohen Steinanteils war eine ackerbauliche Nutzung kaum möglich, sodass sich die Beweidung als vorherrschende Bewirtschaftungsform etablierte. Gleichzeitig erschwert der steinige Untergrund die Weidepflege bis heute. Die extensive Beweidung schuf und erhielt die offenen Vegetationsbestände, die ohne eine regelmäßige Nutzung nach und nach verbuschen würden.
Mit der Unterschutzstellung im Jahr 1941 wurde der Erhalt der unterschiedlichen trockenen und feuchten Lebensräume sowie ihrer charakteristischen Tier- und Pflanzenarten zum Schutzziel erklärt. Seitdem wechselten sich Phasen intensiver Pflege mit Zeiten unzureichender Nutzung ab. Immer wieder führte eine ausbleibende oder zu geringe Beweidung zu einer verstärkten Ausbreitung von Gehölzen, die durch gezielte Pflegemaßnahmen zurückgedrängt werden mussten. Auch heute bildet eine angepasste Schafbeweidung die wichtigste Grundlage für den Erhalt der charakteristischen Vegetation und der hohen Strukturvielfalt des Naturschutzgebietes.



Zum Abschluss der Exkursion gab es noch einen regen Austausch zu landschaftsökologischen Themen sowie zur Schafbeweidung im Allgemeinen.

Wir bedanken und ganz herzlich bei allen Teilnehmenden.
Natura 2000 Gebietsbetreuung, Anna Haselroth und Berit Brehmeier
Fotos: Anna Haselroth, Berit Brehmeier




















